Gerade habe ich mal durch meinen Facebook Stream gescrollt und ein Video von der Ubuntu Facebook Fanpage gesehen. Ubuntu stellt in diesem Video die Ubuntu Web Apps vor. Wer kennt die Situation nicht? Man hat einen Haufen Tabs im Browser geöffnet. Facebook, Twitter, Google+, Last.FM und dann noch andere Links, an denen man gerade liest. Bei mir sind es gerade 12 offene Tabs! Da kommt man schon mal ins rotieren, wenn man zum Beispiel den Tab von Gmail sucht. Klingelt das Telefon und man möchte den Last.fm stream pausieren braucht es auch einige Klicks das zu tun. Durch die riesige Zahl an Web Apps wird der Browser immer wichtiger wenn es um Produktivität geht.
Ubuntu Web Apps – Abhilfe im Tab Chaos?
Genau an diesem Punkt will Ubuntu mit den Web Apps ansetzen. In Ubuntu 12.10 werden die sogenannten “Ubuntu Web Apps” eingeführt. Web basierte Anwendungen sollen künftig besser in den Unity Desktop integriert werden können. Wird zum Beispiel GoogleMail aufgerufen macht Firefox den Benutzer darauf aufmerksam, dass eine Web App verfügbar ist. Aktiviert der Benutzer diese, so wird im Unity Launcher ein Icon für GoogleMail angelegt. In diesem Icon soll übrigens auch die Anzahl neuer Emails angezeigt werden. Benachrichtigungen über neue Emails gibt es ebenfalls. GoogleMail wird zwar weiterhin über den Browser aufgerufen, ist aber besser in den Unity Desktop integriert.
Das zweite Beispiel aus dem Video, welches mich sehr erstaunt hat, ist die Ubuntu Web App zu Last.fm. Ich mag Last.fm und ich benutze es auch recht häufig. Ist nun die entsprechende Ubuntu Web App aktiviert, kann der der Last.fm Stream direkt über die Lautstärkeregelung im oberen Panel gesteuert werden. Play/Pause, vor und zurück. Einfach alles. Die Webseite muss zwar noch irgendwo geöffnet sein aber der Benutzer muss sich keine Gedanken mehr darüber machen, in welchem Tab nun Last.fm versteckt ist. Der Stream kann komfortabel gesteuert werden.
In dem Video werden noch weitere coole Features gezeigt. So sind Inhalte aus den Ubuntu Web Apps auch über das Unity HUB erreichbar. Das sah in dem Video besonders bei Google+ sehr cool aus. Eine Neuerung scheint mir aber wirklich komfortabel. Neben den Ubuntu Web Apps wird in Ubuntu 12.10 noch ein Online Account Management eingeführt. Hinterlegt der Benutzer zum Beispiel seinen Google Account können Fotos bequem aus Shotwell zu einem Google Bilderalbum hochgeladen werden. Das gleiche gilt für Facebook, Twitter und andere Dinge. Soll ein Bild auf Facebook hochgeladen werden muss bei Facebook eine Berechtigung für die Anwendung hinterlegt werden. Der ganze Vorgang muss für jede andere Anwendung wiederholt werden. Der neue Ansatz, den Ubuntu verfolgen wird, macht dies überflüssig. Die Anmeldedaten werden im System hinterlegt. Anwendungen können dann einfach darauf zugreifen, insofern sie es denn unterstützen.
Klar, die Online Accounts bieten ein gewisses Sicherheitsrisiko, jedenfalls potenziell. Aber den Ansatz der Ubuntu Web Apps finde ich klasse. Es wird auf eine sinnvolle Weise versucht Web basierte Anwendungen in den Desktop zu integrieren. Ich bin zwar nicht mehr mit Ubuntu unterwegs aber ich denke, dass ich auch Gnome3 und andere daran orientieren werden. Es gibt sicher sinnvollere Features aber die Ubuntu Web Apps konnten mich aus der Darstellung in dem Video auf jeden Fall begeistern. Schaut euch das Video zu den Ubuntu Web Apps mal an! Finde ich gut. Was sagt ihr?
Quellen:

