Das schöne an multi-messengern ist ja, dass sich viele Protokolle in einem Instant Messenger vereinen lassen. So benutzt man diverse Chat-Protokolle. Unter Umständen merkt man das nicht mal wirklich. Ihr kennt das sicher auch. Zumindest das ArchLinux Paket von Pidgin unterstützt das Sametime Protokoll nicht. Wie das bei anderen Distributionen aussieht, weiß ich nicht. Für andere Distributionen läuft das mit dem Kompilieren sicher analog ab. Pidgin lässt sich aber sehr flott um das Sametime Protokoll erweitern.
1. das Meanwhile Paket
Grundvoraussetzung um das Sametime Protokoll in Pidgin zu nutzen ist meanwhile. Dieses findet ihr im AUR. Lange Zeit funktionierte das PKGBUILD nicht, jetzt wurde es aber angepasst und das Paket kann gebaut werden.
2. Pidgin mit Sametime Protokoll kompilieren
Ich gehe mal davon aus, dass ihr das ABS installiert habt. Weiterhin befinden wir uns im Ornder ~/abs. Zunächst muss der Ordner pidgin dorthin kopiert werden.
cp -r /var/abs/extra/pidgin ~/abs
Nun muss in diesem Verzeichnis das PKGBUILD angepasst werden. In der Funktion build() muss folgender Parameter beim configure Skript entfernt werden:
--disable-meanwhile
Danach kann mit dem Befehl
makepkg -s
das Paket gebaut werden. Das kann jetzt etwas dauern, da Pidgin kompiliert wird. Danach installiert ihr mittels pacman -U zunächst libpurple und erst dann pidgin. Sind die Pakete installiert, hat Pidgin das Sametime Protokoll mit an Bord.
Beim Verbinden mit dem Sametime Server kann es aber zu zwei Problem kommen. Der Server wird höchstwahrscheinlich die Verbindung abweisen, da die Client Version zu alt ist. Da lässt sich aber recht einfach Abhilfe schaffen. In der Datei .purple/accounts.xml kann eine Client Version vorgetäuscht werden. Dazu muss im Abschnitt des Sametime Accounts folgendes hinzugefügt werden. Die Leerzeichen hinter den eckigen Klammern müssen weg.
< setting name='fake_client_id' type='bool'>1 < /setting>
< setting name='client_minor' type='int'>8531 < /setting>
Den Wert bei client_minor könnt ihr variieren. Er muss aber mindestens der Version des Servers entsprechen.
Es kann auch passieren, dass ihr eure ClientID verbergen müsst. Dazu gibt es ein entsprechendes Kästchen in den Account Einstellungen.
Die Unterstützung für das Sametime Protokoll lässt sich also ohne großen Aufwand einbauen. Falls ihr die Pakete nicht selbst kompilieren möchtet könnt ihr meine Pakete runterladen. Diese wurden auf einem 64 bit ArchLinux gebaut. Ich übernehme keine Garantie, dass es funktioniert. Für die Abhängigkeiten müsst ihr wohl selber sorgen



Super Hinweise. Hilft auch für Fedora 17, auch wenn man da “nur” die Anpassungen in der ~/.purple/accounts.xml benötigt.
Grüße
Johannes