Nexus 4 Root und Custom Recovery

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Die Nexus Toolkits für Windows und Linux habe ich nun schon vorgestellt. Doch wie benutzt man die eigentlich? Der vollständigkeit halber möchte ich kurz aufzeigen, wie ihr euer Nexus 4 damit rooten könnt. Ich werde das nun anhand des Universal Nexus Toolkit für Linux beschreiben. Die Schritte unter Windows sind analog, zu den hier beschriebenen. Ihr müsst unter Umständen jedoch vorher Treiber installieren. Aber auch das kann mit dem Toolkit erledigt werden.

Nexus 4 USB Debugging aktivieren

Damit ihr die Toolkits verwenden könnt, müsst ihr das USB Debugging aktivieren. Standardmäßig sind die Entwickleroptionen in Jelly Bean aber ausgeblendet. Um diese zu aktivieren öffnet die Einstellungen und navigiert zu den Telefoninformationen. Scrollt runter, bis ihr den Punkt “Build Nummer” seht. Dort tippt ihr ein paar mal drauf (ich glaube das waren 7 oder 10 mal). Dann erscheint ein kleines Popup (Toast) auf dem steht, dass ihr nun Entwickler seid. Nun finden sich die Entwickleroptionen an gewohnter Stelle. Dort könnt ihr dann endlich USB Debugging aktivieren.

Nexus 4 USB-Debugging aktivieren

Den Bootloader entsprerren

Bevor ihr irgendetwas anderes machen könnt müsst ihr den Bootloader des Nexus 4 entsperren. Sonst erscheint beim Rooten auf dem Display des Smartphones nur die Ausgabe “kein Befehl”. An dieser Stelle könnt ihr bereits das Toolkit starten und das Nexus 4 auswählen. Macht aber vorher ein Backup von wichtigen Daten, denn das entsperren des Bootloaders führt einen factory reset durch. Das heißt, eure Daten gehen verloren. Das betrifft leider auch Musik und so weiter. Im Toolkit wählt ihr nun den Befehl “Unlock the bootloader” aus. Das geht recht schnell. Auf dem Smartphone müsst ihr die Auswahl noch einmal bestätigen. Nach einem Reboot ist dann euer Bootloader entsperrt und ihr könnt mit weiteren Schritten fortfahren. Vergesst nicht das USB Debugging wieder zu aktivieren.

Custom Recovery flashen

Im nächsten Schritt müsst ihr ein Custom Recovery flashen. Im Nexus 4 Toolkit entspricht das natürlich der Option “Flash ClockworkMod Recovery”. Das geht rasend schnell. Ihr müsst einfach die Anweisungen vom Toolkit befolgen. Nach einem Reboot verfügt ihr über das ClockworkMod Recovery.

Das Nexus 4 rooten

Habt ihr die vorherigen Schritte abgearbeitet ist das Nexus 4 sehr schnell gerootet. Vorher geht es nicht. Im Toolkit wählt ihr nun die Option “Root the Device” aus. Folgt den Anweisungen und wartet kurz. Das Nexus 4 wird sich von selbst neustarten. Erschreckt euch nicht, wenn ihr einen zerlegten Android Roboter zu Gesicht bekommt, das ist scheinbar normal. Beim Windows Toolkit passiert das jedenfalls nicht. Aber danach ist euer Nexus 4 gerootet. Mit dem Root Checker könnt ihr das überprüfen.

Alles in einem habt ihr sehr schnell einen entsperrten Bootloader, ClockworkMod Recovery und Root, wenn ihr den Anweisungen des Toolkits folgt. Ich muss jedoch sagen, dass das Toolkit unter Windows besser funktionierte.

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Ich blogge seit mehreren Jahren hier auf TuxAndDroid.de über Android und Linux. Der Fokus liegt dabei auf interessanten Spielen und Apps. Ich studiere Wirtschaftsinformatik im Master an der Universität Koblenz.

10 Comments to Nexus 4 Root und Custom Recovery

  1. Hallo und danke für den Artikel,

    Eine Frage: mir wurde neulich mitgeteilt, dass das Rooten des Nexus 4 ein paar Nachteile mit sich bringt, u.A. dass man die automatischen Updates von Google nicht mehr ohne Weiteres bekommt.

    Ist das tatsächlich so? Ich hatte vorher ein x10 mini pro von Sony Ericsson, welches bereits recht früh keine Updates mehr erhielt-da war es ein Vorteil, auf die agilen Community-ROMs zurückgreifen zu können. Beim Nexus würde ich allerdings nur ungern auf die Aktualisierungen direkt von der Quelle verzichten…

    Besten Dank,
    Thomas.

    • Hallo Thomas,
      Freut mich, dass der Artikel dir gefallen hat. Wenn du dein Nexus 4 rootest, dann kannst du weiterhin auf die automatischen Updates von Google (over the air, OTA) zurückgreifen. Du musst nur nach jedem Update das Smartphone erneut rooten.
      Erst wenn du ein Custom Recovery flasht kannst du die OTA-Updates nicht mehr so ohne weiteres einspielen. Es gibt dann aber immer irgendwo ZIP-Archive, die man dann über das Custom Recovery flashen kannst. Also ist alles halb so wild.
      Wenn du nur rootest, dann ist das kein Problem.
      Viele Grüße,
      Florian

  2. Hi,

    Ich habe noch ein bisschen weiter im Netz geforscht und bin auf ein paar interessante Informationen gestoßen (die ich allerdings nicht unbedingt als verifiziert einstufen würde): http://www.android-hilfe.de/root-custom-roms-modding-fuer-google-nexus-7/299420-ota-update-mit-root-4.html

    Dort beschreibt ein Nutzer, dass ihm die Rootrechte selbst nach einem Update erhalten geblieben sind. Wirklich vorstellen kann ich es mir nicht, aber das ist definitiv eine Beobachtung wert.

    Ich bin gerade noch etwas unschlüssig, weil der einzige Nutzen momentan darin besteht, das XML-Settings-File für verbesserte Aufnahmen mit der Kamera zu manipulieren. Die Kamera benutze ich allerdings kaum.

    Nachteil ist natürlich: je länger ich das Gerät benutze, um so mehr Daten fallen an und ein Backup wird immer erforderlicher, bevor es losgeht.

    Vermutlich warte ich einfach noch ein bisschen. Wobei mir eigentlich jetzt schon sinnlos klar ist, dass an Ende mein Basteltrieb Hand übernimmt und ich es so oder so tun werde –> also wiederum ein Grund, es gleich zu tun. ;)

      • Naja, eine Sache hat mich bisher noch recht erfolgreich davon abgehalten: meine Frau hat auch ein Nexus 4, welches schon wieder zurückging (es ließ sich nicht mehr aufladen). Dazu gab es mal irgendwo einen Artikel, der eine (Vorab?-)Version des Nexus 4 auseinandergenommen hat.

        Fazit des Artikels: in dem Gerät sah es aus wie in einem regelrechten Saustall. Hardware mit Sprungfedern befestigt, der Akku mit Tape befestigt. Dazu noch – sofern ich mich richtig erinnere – hat der Akku eine Spannung erzeugt (nicht elektrisch, sondern durch seine Befestigung), die erforderlich war, dass andere Elemente halten. Weiß es leider nicht mehr genau, und den Artikel finde ich wohl auch nicht mehr.

        Jedenfalls habe ich die Befürchtung, dass mir das Gerät nachher kaputt geht und mir Garantieleistungen möglicherweise verweigert werden, weil es ja gerootet wurde.
        Bis jetzt läuft es sauber und ordentlich… und ich hoffe auch, dass das so bleibt. Aber erstmal werde ich abwarten, wie so die allgemeinen Erfahrungen nach ein paar Monaten mit der Qualität des Gerätes sein werden… :)

          • Also, bitte meine Äußerungen bitte nicht (ungeprüft) für bare Münze nehmen! Selbst im Artikel schrieb der Autor, dass er nicht weiß, ob das nur eine Vorabversion ist und die endgültige Version in der Hinsicht besser verarbeitet wird.

            Aber vielen Dank für den Artikel! Sehr gute Information… was mich allerdings etwas wundert, ist, dass ich das noch nicht mitbekommen habe. Die Richtlinie existiert ja nicht erst seit gestern.

            Möglicherweise wird ja versucht, da gar nicht so viel Wind drum zu machen, damit die Hersteller nicht so viel Trouble haben, wenn alle wissen, dass sie ungestört experimentieren dürfen, ohne Angst vor Garantieverlust zu haben. ;)

  3. Hallo,

    deine Anleitung ist wirklich gut verständlich. Leider will mein N4 aber nicht so wirklich – zumindest bei allem, außer dem Unlock.

    Ich bekomme immer die Meldung im manuellen Modus, dass das Kommando fastboot nicht gefunden worden wäre, obwohl ich im Bootloader bin.

    Eine Idee, woran das liegen könnte?

    • Hallo,

      spontan kann ich dir dazu leider nichts sagen. Bei mir hat’s auf Anhieb geklappt von daher habe ich mich damit nicht tiefer beschäftigt. Tut mir leid…

      Auf android-hilfe.de kann dir aber sicher im Nexus 4 Forum geholfen werden.

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