Google Music vs Spotify – Die beiden Musik Streaming-Dienste im Vergleich

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Ende letzten Jahres ging mit Google Play Music All-inclusive in Deutschland der Musik Streaming Dienst von Google an den Start. Die großen Platzhirsche auf dem Gebiet des Musikstreamings dürften somit Google Play Music all-inclusive und Spotify sein. Doch wie unterscheiden sich die beiden Angebote eigentlich? Gibt es einen signifikanten Unterschied der beiden Dienste? Stellt sich in einem direkten Vergleich Google Music oder Spotify als die bessere Wahl heraus? Ich habe beide Angebote nun einen gewissen Zeitraum lang ausprobiert und möchte Google Play Music All-innclusive und Spotify etwas miteinander vergleichen.

Google Play Music all-inclusive vs Spotify: Das Angebot im Vergleich

Über die Größe des Angebots gibt es keine richtig genauen Angaben. Spotify hat wohl mehr als 20 Millionen Songs im Katalog. Bei Google Music sind es “mehrere Millionen” Songs. Sowohl bei Spotify als auch bei Google Music findet sich eigentlich alles, was das Herz begehrt. Das Angebot der Musik muss  sich somit vorab anschauen, um zu entscheiden. Da beide Streaming Dienste eine 30 Tage Test Version bieten, ist das kein Problem und sehr empfehlenswert. Google Play Music all-inclusive hat noch den Vorteil, dass ihr dort bis zu 20000 eurer eigenen Songs hochladen könnt. Diese können dann ebenfalls über das Internet auf verschiedene Geräte gestreamt werden. Spotify bietet diese Möglichkeit nicht an. Hier könnt ihr in der Anwendung jedoch ein Verzeichnis festlegen, in dem eure lokale Musik liegt. Streaming auf andere Geräte ist damit jedoch nicht möglich.

Das kosten Google Music und Spotify

Hier muss ich direkt anmerken:  Insbesondere Spotify ändert gerne mal die verfügbaren Abos. Zum Zeitpunkt des Verfassens der Artikel waren folgende Preise aktuell. Spotify bietet zum Einen ein Abo, das komplett kostenlos ist, allerdings gibt es hin und wieder Werbung, die abgespielt wird. Ansonsten ist die Nutzung auf den verschiedenen Plattformen nicht eingeschränkt. Für das Premium Abo von Spotify zahlt man zur Zeit 9,99€ pro Monat. Damit streamt ihr eure Musik ohne Werbung und könnt Playlisten offline verfügbar machen. Auf den Offline Modus und die Verfügbarkeit für Plattformen gehe ich an späterer Stelle ein. Spotify Premium kann ebenfalls 30 Tage lang kostenlos getestet werden. Weiterhin gibtes noch Spotify Unlimited. Diese Option ist allerdings etwas versteckt. Dazu müsst ihr bereits ein Spotify Konto haben. Beim Ändern eures Abos könnt ihr dann die unlimited Option auswählen. Diese kostet 4,99€, beinhaltet scheinbar aber keine Mobilgeräte. Scheinbar will Spotify dieses Abo nicht mehr aktiv verkaufen.

Google Play Music all-inclusive kostet derzeit 7,99€ pro Monat. Anfangs war bei dem Preis der Vermerk dabei, dass der Preis nur gilt, insofern man das Abo bis Mitte Januar abschließt. Den Hinweis habe ich jetzt nicht mehr gefunden. Gut möglich, dass der Preis entweder bleibt oder es eben auch, wie geplant 9,99€ kosten wird. Auch Google Play Music all-inclusive kann 30 Tage lang kostenlos getestet werden.

Den Vorteil bei der Bezahlung hat natürlich Spotify. Spotify kann über verschiendste Möglichkeiten bezahlt werden, während bei Google Play Music all-inclusive eine Kreditkarte nötig ist.

Google Music vs Spotify: Nutzung/Struktur im Vergleich

Natürlich ist das Entdecken von neuer Musik bei Streaming Diensten ein ganz großer Punkt. Und genau an dieser Stelle liegen wohl die größten Unterschiede von Spotify und Google Music. Spotify setzt sehr stark auf die Integration von Social Media Elementen. Ihr könnt euer Konto mit Facebook verbinden. Tun eure Freunde das auch, könnt ihr stöbern, was eure Freunde so hören. Weiterhin könnt ihr auch euren Lieblingskünstlern folgen und bleibt somit immer auf dem neusten Stand. Spotify ist auf Playlisten fokussiert, damit könnt ihr wie von anderen Playern gewohnt, Playlists zusammenstellen. Diese können natürlich geteilt und immer erweitert werden. Ihr werdet hier keine starke Sortierung nach Interpreten, Titeln usw. finden. Das passt auch nicht zum Konzept von Spotify. Natürlich könnt ihr jederzeit über eine Suchmaske gezielt nach einem Künstler oder einem Song suchen. Irgendwann werdet ihr dann auch auf Alben stoßen. Diese fügt ihr am besten als Playlisten hinzu, wenn ihr diese öfters hören möchtet. Markiert ihr Songs als “starred” oder fügt diese zu eurer Playlist hinzu, erscheinen diese in eurer Bibliothek. Die Bibliothek lässt sich sortieren. Aber auch hier könnt ihr nicht “klassisch” durch Künstler navigieren oder filtern. Wenn ihr neue Msik entdecken möchtet, dann sind die Playlists genau das richtige. Hier gibt es nämlich viele tolle Playlisten. Diese sind zum Beispiel nach Anlässen (Party, Fitness, Chillout usw.) oder nach Genres klassifiziert (Rock, Pop, Country usw.). Hinter jeder dieser Kategorien verbergen sich viele spannende Playlists, die es zu entdecken gilt. Zu Künstlern könnt ihr auch Radios abspielen lassen. Dann werden Titel von Interpreten gespielt, die so ähnlich sind, wie der Ausgangspunkt des Radios. Spannende Sache. Hier spielen mit Sicherheit auch sehr stark die Hörgewohnheiten mit rein.

Der Aufbau von Google Play Music All-inclusive hingegen ist deutlich anders. Im Gegensatz zu Spotify stehen die Playlists bei Google Play Music eher im Hintergrund. Google Music setzt sehr stark auf eure Hörgewohnheiten. Das ist mir sehr stark aufgefallen. Anfangs waren die Emfpehlungen, die gegeben wurden nicht so wirklich passend. Je mehr man den Dienst nutzt, desto besser werden die Empfehlungen. Unter dem Punkt “Radio” könnt ihr einen neuen “Radio Sender” erstellen. Wie auch bei Spotify basiert diese Station auf einem Künstler oder Song. Das erstellte Radio könnt ihr jederzeit unter “Radio” abspielen. Doch der Inhalt wird immer ein anderer sein. Natürlich könnt ihr aktuelle Playlists auch abspeichern und später genau wieder hören. Unter “Radio” findet ihr aber auch noch Genre Sender. Hier könnt ihr Musik hören, die nach Genres und Untergenres kategorisiert ist. Viel interessanter ist aber der Punkt “Entdecken”. Hier geht eigentlich der ganze Spaß los. Hier seht ihr zuerst einmal “angesagte Playlists”. Also Zusammenstellungen von anderen Benutzern, die besonders häufig gehört werden. Als nächstes finden sich sich “TOP Alben”. Das dürfte selbsterklärend sein. Das Ganze gibt es dann noch einmal auf Ebene der (Sub)Genres. Hier gibt es dann auch noch “Wichtige Alben”. Das sind wohl meistens Alben, die das Genre besonders geprägt haben. “Neuerscheinungen” gibt es sowohl global, als auch auf Ebene der Genres. Unter dem Reiter “Empfehlungen” findet ihr Empfehlungen. Einmal gibt es Vorschläge, die ähnlich zu dem sind, was ihr gerade hört. Zum anderen gibt es aber auch Vorschläge, die auf eure Hörgewohnheiten abgestimmt sind. Natürlich gibt es auch bei Google Music ein Suchfenster, mit dem ihr gezielt Titel oder Künstler suchen könnt. Einzelne Alben könnt ihr dann auch zu eurer Musiksammlung hinzufügen. So könnt ihr dann, wenn ihr das wollt, klassisch unter “Meine Musik” durch Künstler und Alben navigieren. Für jeden Künstler kann ein Radio oder ein Zufallsmix gestartet werden.

Wie ihr seht, hier unterscheiden sich Google Music und Spotify ein wenig. Aber es ist im Prinzip auch nur die Herangehensweise. Das Ergebnis ist im Endeffekt fast gleich. Im Punkt Bibliothek bzw. “Meine Musik” hat Google Music in meinen Augen einen leichten Vorteil. Insgesamt fühle ich mich bei der Bedienung von Google Music wohler. Das ist aber sicherlich alles Geschmackssache.

Die Apps/Software von Spotify und Google Music im Vergleich

Für Spotify gibt es die folgenden Clients:

  • Web Player
  • Desktop Client: Windows, Mac, Linux Preview
  • Mobile App: Android, iOS, Windows Phone, Blackberry

Angetestet habe ich die Versionen für Linux, den Web Player und die Android App. Obwohl die Linux Software als Preview markiert ist, funktioniert diese einwandfrei, auch wenn ich die optisch nicht so gelungen finde. Bei der Android App merkt man schon, dass diese für Smartphones entwickelt wurde. Auf meinem Tablet gefällt die mir nicht. Insgesamt finde ich die Bedienung der Spotify Software und der App nicht so gelungen.

Für Google Music gibt es die folgenden Clients:

  • Web Player
  • Mobile App: Android, iOS, Windows Phone (inoffiziell)
  • Google Music Manager: Windows, Linux, Mac

Auch hier habe ich die Linux Software und die Android App getestet. Das Layout wirkt bei Google Music viel frischer und moderner als bei Spotify, finde ich zumindest. Das trifft insbesondere auf die Android App zu. Schade ist, dass es keine richtige Anwendung für den Desktop gibt. Der Google Music Manager erlaubt es euch nur, Dateien in eure Google Music Bibliothek hochzuladen. Die Android App und der Web Player sind von den Features her identisch. Schaut euch mal die Screenshots an (Ein Klick zeigt eine etwas größere Ansicht).

Bezüglich der Software und Apps, ist Google Music besser, gerade was Layout, Bedienung und Struktur angeht. Schade ist, dass es keine richtige Desktop Anwendung gibt. Warum lest ihr im nächsten Abschnitt. Sowohl bei der Spotify App, als auch bei der Google Music App, könnt ihr die Streaming Qualität einstellen, um Datenvolumen einzusparen. Aber Streaming auf Mobilgeräten ist bei unseren Datentarifen sowieso Unsinn. Außer ihr bucht als Telekom Kunde über die Telekom Spotify. Dann wird das verbrauchte Volumen nicht über euer Inklusivvolumen abgerechnet.

Musik offline hören mit Spotify und Google Music All-inclusive

Sowohl bei Spotify als auch bei Google Music all-inclusive habt ihr die Möglichkeit, Musik offline zu speichern, um diese auch ohne Internetverbindung hören zu können. Bei Spotify könnt ihr das, Premium Album vorausgesetzt, sowohl am Desktop über die Spotify Anwendung, als auch mobil über die App machen. In der App/Anwendung könnt ihr ganz bequem Playlists offline abspeichern.

Bei Google Music sieht das etwas anders aus. Hier gibt es keine Desktop Anwendung. Am PC oder Laptop gibt es somit nicht die Möglichkeit, Musik offline anzuhören. Bei der Android App funktioniert das aber. Jede Playlist/Album, das ihr zu “eurer Musik” hinzugefügt habt, kann heruntergeladen werden und offline gehört werden.

Bei beiden Diensten funktioniert die offline Musik aber nicht mehr, sobald euer Konto ausgelaufen ist. Wie ich das einschätze, müsst ihr auch mit dem Gerät alle 30 Tage einmal online sein, damit die Lizenz geprüft werden kann. Es ist anzumerken, dass die offline Musik nicht als MP3 exportiert werden kann. Die Musik “gehört” also nicht wirklich euch. Sobald euer Konto abgelaufen ist, gibt’s keinen Zugriff auf die offline Musik.

Spotify und Google Music all-inclusive im Vergleich: Was ist die bessere Wahl?

Die Frage lässt sich so nicht beantworten. Es steckt immer viel persönliche Vorliebe drin. Ich persönlich fühle mich bei Google Music wohler, obwohl ich seit einiger Zeit die Google Dienste meide. Die mobilen Apps und die Struktur überzeugen mich mehr als bei Spotify. Das ist aber sicher persönliche Vorliebe. Für die Zukunft sehe ich das wie folgt: Google Music all-inclusive wird es schwer haben, sich gegen den “Platzhirsch” Spotify durchzusetzen. Allerdings steckt eben hinter Google Music Google. Ein Unternehmen mit viel Geld, Innovation und vielen Ressourcen. Ich denke ohnehin, gerade mit Hinblick auf den Konkurrenzkampf mit Amazon, dass Google den Music Dienst ordentlich pushen wird und neue Algorithmen und Features bringen wird, was es wiederrum Spotify schwer machen wird, die Vorherrschaft zu halten. Zudem erwirtschaftet Spotify momentan ordentlich Verluste. Die Zukunft beim Musik Streaming wird spannend. Jetzt seid aber ihr dann. Spotify, Google Music oder doch etwas anderes? Oder streamt ihr gar keine Musik?

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Ich blogge seit mehreren Jahren hier auf TuxAndDroid.de über Android und Linux. Der Fokus liegt dabei auf interessanten Spielen und Apps. Ich studiere Wirtschaftsinformatik im Master an der Universität Koblenz.

7 Comments to Google Music vs Spotify – Die beiden Musik Streaming-Dienste im Vergleich

  1. Der Google Music Manager bietet in seinen Optionen unter dem Tab “Herunterladen” schon die Möglichkeit, sich die komplette Musiksammlung auch offline als MP3 verfügbar zu machen. Zumindest bei meinen Titeln hat das immer gut funktioniert und die Lieder lassen sich auch zB. im Autoradio abspielen.

    Will man nur einzelne Titel laden, bietet Google Music die Möglichkeit, sich diese auch 2x, nicht öfter, direkt über den Webplayer zu laden, danach geht das nur mehr als Teil eines kompletten Sammlungs-Downloads (für den vermutlich ein aktives Abo notwendig sein wird).

    Das ganze entspricht ungefähr auch dem, was ich persönlich unter “fairem DRM” verstehe. Habe ich ein Abo, kann ich alles laden, ist das Abo vorbei, habe ich nur mehr Zugriff auf das, was ich während der Abolaufzeit geladen habe.

    Nähere Infos auch hier: https://support.google.com/googleplay/answer/1233029?hl=de

    • Genau, über den Music Manager lässt sich die Sammlung runterladen. Bei dem Download sind aber nur die Songs mit inbegriffen, die man selbst hochgeladen oder über Google Music gekauft hat. Der zweifache Download gilt ebenfalls für Titel, die über Google Music gekauft wurden.

      Titel oder Alben, die ich zB durch die Radio Funktion entdeckt und zur Bibliothekt hinzugefügt habe, die ich aber NICHT gekauft habe, sind bei der Download Funktion leider nicht mit inbegriffen. Demnach kann man mit einem Abo nicht alles herunter laden. Ich habe das gerade noch einmal getestet.

      Das ist eigentlich das einzige, was mir am PC noch fehlt. Playlisten offline verfügbar zu haben. Aber das geht ja immerhin auf Smartphone und Tablet.

  2. Hallo Florian,

    wie sieht es denn mit Hörbüchern aus? Bei Napster gibt es ja eine ganz nette Auswahl. Ich weiß aber weder von Spotify noch von Google Music wie dort die Auswahl aussieht bzw. ob es überhaupt eine auswahl gibt. Kannst Du dazu mal bitte ein paar Zeilen schreiben?

    • Hi Michael,

      Ich fürchte, mit Hörbüchern sieht es schlecht aus bei Google Music. Es gibt zwar eine Kategorie “Hörbücher” aber dort gibt es scheinbar keine richtigen Romane. Da ist so Zeug eingeordnet, wie zB:
      – Kinsinki spricht
      – Dieter Nuhr: Das geheimnis des perfekten Tages
      – Katze küsst Kater
      – Ein paar Fälle von Scherlock Holmes
      In die Richtung geht das. Die Auswahl is da auch nicht sehr groß, leider.

  3. Ich bin begeisterter Spotifynutzer und möchte es wirklich nicht mehr missen!
    Der Preis für die Premiumvariante ist vollkommen in Ordnung und auch die Auswahl ist ideal für meinen Geschmack.

    Richtig Spaß macht es natürlich hauptsächlich Zuhause über normale Lautsprecher :-)

    Grüße
    Michael

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